Bauch straffen: Ablauf und Methoden

Bauch straffen

Am Tag des Eingriffs kommen Sie nüchtern in die von Ihnen gewählte Klinik. In der Regel wird der Chirurg Sie noch einmal aufsuchen. Er überzeugt sich von Ihrem unveränderten Willen zur Operation, klärt noch aufgekommene Fragen und zeichnet die Hautareale, die er während der Bauchstraffung verändern möchte, mit einem wasserfesten Stift ein.

Narkose

Anschließend erhalten Sie die allgemeinen Vorbereitungen zur Operation. Dazu zählen die Prämedikation zur Beruhigung, die Befreiung der zu behandelnden Haut von überschüssigen Haaren sowie die abschließende Reinigung. Die vereinbarte Betäubung wird in einem speziellen Raum (z.B. OP-Einleitung) durchgeführt. Straffungen der Bauchhaut erfolgen in der Regel in Vollnarkose. Die Eingriffszeit liegt, je nach Aufwand und Verfahren, zwischen ein bis vier Stunden.

Methoden und Schnittführung

Bei kleinen Hautfalten oder auch Hautlappen betrifft die Straffung nur den Bereich unterhalb des Bauchnabels (= partielle Straffung). Der Schnitt wird von einem Beckenkamm zum anderen gesetzt, der Verlauf ist dabei bogenförmig, zieht in der Mitte weiter nach unten. Hierdurch soll erreicht werden, dass das spätere Narbenbild nicht sichtbar ist, sondern durch das Tragen von Unterhose oder Slip kaschiert wird.

Nach dem Schnitt präpariert der Arzt das Gewebe bis zum Bauchnabel frei, dabei kann er auch Fettpölsterchen entfernen. Die Haut wird nach unten gezogen, der Überstand zum Schnitt wird eingezeichnet und mit einem Messer abgetrennt. Der Wundverschluss erfolgt schichtweise unter Einlage einer Drainage, die für die nächsten 24 bis 48 Stunden Wundsekrete und Einblutungen abtransportiert. Die Haut wird meist mit einem Faden verschlossen, der sich im Verlauf der Wundheilung eigenständig auflöst, somit nicht gezogen werden muss. Hierdurch kann ein feineres Narbenbild erzeugt werden.

Für kleinere Korrekturen bietet sich auch die laparoskopische Bauchstraffung an. Bei diesem Verfahren wird keine Haut entfernt. Sie dient der Beseitigung kleiner Fettpolster sowie der Refixierung oder Korrektur von schlaffen Muskelsträngen. Endoskopische Eingriffe stellen durch ihr minimalinvasives Vorgehen eine schonende Alternative zu vielen Operationen dar, bei denen die Bauchdecke eröffnet werden muss. In diesem Fall erfolgt der Zugang über den Bauchnabel bzw. am Rand der Schambehaarung, wodurch Narben selten oder gar nicht sichtbar werden.

Totale Bauchdeckenplastik

Bei einer totalen Bauchdeckenplastik werden große Anteile Fettgewebe und Haut entfernt. Dabei muss in den meisten Fällen auch der Bauchnabel versetzt werden, um ein stimmiges, proportionales Bild zu erzeugen. Der Schnitt zur Eröffnung ähnelt dem der partiellen Straffung. Neben dem unteren Schnitt erfolgt noch ein zweiter von der Mitte des ersten Schnitts nach oben zum Bauchnabel hin bzw. darüber hinaus (= T-Schnitt). Die mittlere Narbe wird hierdurch zwar später sichtbar, jedoch erfolgt dieser Eingriff bei sehr ausgeprägten Fällen wie z.B. der Fettschürzenreduktion, bei der der gesamte Bauch gestrafft und eine neue Taille geschaffen werden müssen. Die aufgeklappte Haut wird zu den Seiten von überschüssigen Fettgebilden befreit, der in der Mitte verbliebene Nabel wird belassen. Danach zieht der Chirurg beide Hautanteile zur Mitte und nach unten hin, zeichnet die Überschüsse ein und entfernt diese. Bei großen, überhängenden Hautlappen, die zum Teil mehrere Kilo schwer sein können, werden diese bereits vor der eigentlichen Straffung entfernt, um einen guten und faltenfreien Zug der Haut zu ermöglichen. Der neue Sitz des Nabels wird in die Haut eingezeichnet, das Areal anschließend ausgeschnitten. Bei dem schichtweisen Verschluss, der der partiellen Variante gleicht, wird dann auch der Nabel neu eingenäht.

Eine Sonderform stellt die Kombination aus Fettabsaugung und Straffung dar. Die zuerst abgesaugten Fettdepots führen zu einer Reduzierung von Dellen bei der eigentlichen Straffung. Das Verfahren bietet sich unterstützend an, wenn eine Gewichtsreduktion noch nicht das gewünschte Ergebnis gebracht hat. Hierdurch lassen sich bei einer partiellen Bauchstraffung auch Bereiche oberhalb des Bauchnabels glätten, ohne dass ein Schnitt in dieser Region gesetzt werden muss.

Nachsorge

Abschließend werden das behandelte Areal durch spezielle Pflasterstreifen in Form getaped und die Bauchdecke durch einen Stützverband geschützt. Dieser kann aus großen Wickeln bestehen oder aber als Mieder mit Klettverschluss umgelegt werden. Während der Verbandphase erwachen Sie bereits langsam aus der Narkose, wobei der Anästhesist Sie durch fortwährendes Ansprechen zum aktiven Atmen bringen möchte. Im Aufwachraum erfolgt die abschließende Überwachung für ein bis zwei Stunden. Hier atmen Sie die verbliebenen Narkosegase ab und kommen langsam unter fortwährender Kontrolle der Vitalzeichen sowie des Wundbereichs durch das medizinische Fachpersonal zu sich.

Zurück in Ihrem Zimmer sollten Sie sich den restlichen Tag über ausruhen und schonen. Der Sie behandelnde Arzt wird Sie noch am gleichen Tag aufsuchen, um über das Resultat des Eingriffs mit Ihnen zu sprechen und um den Verband auf Auffälligkeiten hin zu kontrollieren.

Bei normalem Verlauf werden bereits am Folgetag eingelegte Drainagen entfernt. Der Verband wird gewechselt, der Wundbereich eingehend inspiziert. Mit abhängig von Ihrer Konstitution und allgemeinen Situation zuhause werden Sie am zweiten oder dritten Tag post-OP entlassen. Dabei wird der nächste Kontrolltermin vereinbart.

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